Robert M. Pirsig - Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten
in
/ Bücher
/ Buddhismus
/ ZEN
Artikel-Nr. 024118
nur CHF 14.90
--> Bestellen
Ein Versuch über Werte.
"Das Buch erschien zu einer Zeit kultureller Umwälzungen in der Frage materiellen Erfolgs. Die Hippies wollten nichts davon wissen. Die Konservativen verstanden die Welt nicht mehr. Materieller Erfolg war der amerikanische Traum. Millionen europäischer Tagelöhner hatten sich ihr Leben lang danach gesehnt und waren nach Amerika gekommen, weil sie ihn hier zu finden hofften - in einer Welt, in der sie und ihre Nachkommen endlich genug zum Leben haben würden. Und nun warfen ihre verwöhnten Nachkommen ihnen diesen ganzen Traum vor die Füße, ließen kein gutes Haar daran. Was wollten sie?
Dieses Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. Das heißt, es ist eigentlich weniger eine Alternative als vielmehr eine Ausweitung der Bedeutung von "Erfolg" auf etwas Größeres als das bloße bemühen, eine gute Stellung zu finden und sich nichts zuschulden kommen zu lassen. Und auch etwas Größeres als bloße Freiheit. Es setzt ein positives Ziel, auf das man hinarbeiten kann, das einen aber nicht einengt. Das, so scheint mir, ist der Hauptgrund für den Erfolg des Buches. Es traf sich, das die ganze Kultur genau nach dem auf der Suche war, was dieses Buch anzubieten hat. In diesem Sinne ist es ein Kulturträger." Robert M. Pirsig
Leseprobe:
Ohne die Hand vom linken Griff des Motorradlenkers zu nehmen, kann ich auf meiner Uhr sehen, daß es halb neun ist. Der Fahrtwind ist sogar bei sechzig Meilen pro Stunde warm und feucht. Ich frage mich, wie es erst am Nachmittag werden soll, wenn es schon um halb neun so schwül ist.
In den Wind mischen sich stechende Gerüche von den Sümpfen an der Straße. Wir sind in einem Teil der Central Plains, in dem dicht beieinander Tausende von Ententümpeln liegen, und fahren nordwestwärts, von Minneapolis nach den Dakotas. Auf der alten zweispurigen Betonstraße ist nicht mehr viel Verkehr, seit vor einigen Jahren parallel dazu eine vierspurige gebaut wurde. Wenn wir durch sumpfiges Gelände fahren, kühlt sich die Luft spürbar ab. Kaum liegt es hinter uns, erwärmt sie sich wieder.
Ich bin glücklich, wieder in dieses Land zu kommen. Es ist eine Art Nirgendwo, eine Gegend, die für nichts berühmt und gerade deshalb irgendwie anziehend ist. Spannungen lösen sich, wenn man auf so einer alten Straße fährt. Wir holpern über den ramponierten Beton, rechts und links ziehen Rohrkolben vorbei, ab und zu ein Stück Wiese, dann wieder Rohrkolben, Spartgras. Hier und da blinkt offenes Wasser, und wenn man genau hinschaut, kann man Wildenten am Rande der Rohrkolben sehen. Und Schildkröten... Da, ein Sumpfhordenvogel.
Ich klatsche Chris aufs Knie und zeige in die Richtung.
"Was?" schreit er.
"Sumpfhordenvogel!"
Er sagt etwas, aber ich kann ihn nicht verstehen. "Was?" schreie ich zurück.
Er hält sich hinten an meinem Helm fest und schreit zu mir herauf: "Hab ich schon massenweise gesehen, Dad!"
Autorenportrait:
Robert M. Pirsig, geb. 1928 in Minneapolis, Minnesota, studierte Chemie, Philosophie und Journalismus und schließlich auch östliche Philosophie an der Hindu-Universität in Benares. Sein erster Roman Zeno wurde ein internationaler Bestseller. - Im S. Fischer Verlag sind lieferbar: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" (1992) und "Lila oder ein Versuch über Moral" (1992).
442 Seiten, Kartoniert
Erscheinungsdatum: Januar 1978
ISBN: 9783596220205
Robert M. Pirsig - Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten